Die Bildungsreise nach Estland und die Einblicke in das dänische System haben und gezeigt, was in Bezug auf Digitalisierung des Gesundheitssystems möglich ist. Sie eröffnet zahlreiche Chancen in puncto Information und Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern und Gesindheitsdienstleistern.
eHealth: Eine substanzielle Verbesserung der Gesundheitsversorgung
Durch eHealth kann die Qualität der Gesundheitsversorgung substanziell verbessert werden! Die Wiener Volkspartei steht daher für ein qualitativ hochwertiges, benutzerfreundliches und sicheres Instrument, das patientenbezogene Prozesse möglichst effizient unterstützt. Die optimale Umsetzung einer eHealth-Strategie stärkt nicht nur das individuelle Gesundheitsmanagement der Bürgerinnen und Bürger, sondern trägt auch zur Förderung der Gesundheit bei. Sie führt ebenso zur hochwertigen Qualität von Diagnose und Therapie.
Ein zentrales System als Erfolgsfaktor
Es gibt derzeit von unterschiedlichen Trägern und Organisationen verschiedene Ansätze und Projekte zur Umsetzung von eHelath-Programmen. Die einzelnen Stakeholder basteln an ihren eigenen Programmen. Daraus ergibt sich eine inhomogene und fragmentierte digitale Gesundheitslandschaft, die am Ende wenig Sinn ergibt.
Aber wie haben das andere Staaten bewerkstelligt? In Estland gab es eine Taskforce von nur fünf Personen, die das Projekt der Digitalisierung implementiert haben. Sie konnten unabhängig von Stadtverwaltung, Ministerien, Kammern und Krankenkassen arbeiten.
Begonnen wurde damit 2003 – vor zwanzig Jahren. Jetzt werden alle Gesundheitsdaten zentral gespeichert und können in Sekundenschnelle übersichtlich abgerufen werden – ganz im Gegenteil zu unserem ELGA-System, das ein riesiger Datenfriedhof ist.
In Wien braucht es einen Strategiegipfel, um weiter zu kommen
Die Kommunikation zwischen den Wiener Spitälern funktioniert bislang gar nicht oder schleppend. Für den Austausch großer Datenmengen wie CT-Bilder, die für Diagnose und weiterführende Therapie notwendig sind, braucht es viel Geduld – sofern er überhaupt funktioniert.
Es wird in Zukunft deutlich mehr Engagement und auch Finanzen brauchen, um die Herausforderungen der Zukunft im Bereich der IT-Lösungen, der Telemedizin und künstlichen Intelligenz zu bewerkstelligen. Lippenbekenntnisse dazu werden nicht ausreichen. Daher ist es sinnvoll, den status quo im Rahmen eines Strategiegipfels mit allen Stakeholdern, wie Krankenkassen, Spitalsträgern, Ärzte- und Apothekerkammer, zu erörtern und verbindliche Ziele zu definieren. Daraus werden sich weitere wichtige Schritte ergeben und der Wiener Gemeinderat wird auch entsprechende Gesetzesvorlagen und Finanzmittel zur Umsetzung des e-Health-Programmes vorbereiten müssen.
Im letzten Gemeinderat habe ich daher den folgenden Beschlussantrag gestellt:
Der Wiener Gemeinderat fordert die zuständigen Stellen der Stadt Wien auf, einen Strategiegipfel zur Entwicklung eines digitalen Gesundheitssystems mit allen damit beschäftigten Stakeholdern einzuberufen. Wir ersuchen um Zuweisung an den Gemeinderatsausschuss für Gesundheit, Soziales und Sport.