Unsere Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec hat schon lange vor der Covid-Pandemie auf das Problem der überlangen Wartezeiten im Wiener Gesundheitsverband aufmerksam gemacht. Durch Corona ist dieses große Problem zwar in den Hintergrund gerückt – es verschwindet dadurch aber nicht. Ein Bericht des Stadtrechnungshofes bestätigt das jetzt!
Verschiedenste Bereiche sind betroffen
Die Missstände betreffen verschiedenste Bereiche des Wiener Gesundheitswesens wie Operationen oder Ambulanzen. Dramatisch ist vor allem die Situation bei den Operationswartezeiten. Während die Wiener Bevölkerung dabei volle Transparenz verdient hat, hat Stadtrat Hacker in der Vergangenheit eher nur für große Intransparenz gesorgt.
Die Covid-Pandemie benötigt natürlich den Einsatz aller nötigen Ressourcen im Wiener Gesundheitswesen. Aber die Wartezeiten in Ambulanzen, aber vor allem auf Operationstermine waren bereits vor Corona ein großes Problem und werden es auch nach Ende der Pandemie wieder werden. Auf diese Probleme muss man sich so rasch wie es die Pandemie-Situation erlaubt vorbereiten.
Kennzahlen, Ziele und Struktur fehlen
Das Fehlen von Kennzahlen, Zielvorgaben oder die unterschiedlichen Definitionen von Wartezeiten sind ein Teil der festgestellten Mängel. Keine unternehmensweiten Datenauswertungen, Paralleldokumentationen, ein fehlendes Auslastungsmanagement sowie keine Patientenlenkung zwischen den Spitälern runden das chaotische Bild ab.
Elektronische Auswertungen aus den im Einsatz befindlichen EDV-Systemen waren nicht oder nur bedingt möglich. Eine regelrechte Katastrophe hinsichtlich der Überwachung, Auswertung und Reorganisation von Ambulanzen. Generell resultiert dies alles in einen Fleckerlteppich an Lösungen, wo jeder tun und lassen kann was er will. Das führt zu sehr langen Wartezeiten und das alles geht auf Kosten der Wienerinnen und Wiener.
Der Stadtrechnungshof stellt weitere Missstände fest
Darüber hinaus wurden in den aktuellen Berichten des Stadtrechnungshofes auch noch weiter Missstände festgestellt. So wurde im Zuge des Skandalprojekts KH Nord durch die letztendliche Nichtrealisierung der thermischen Grundwassernutzung ein verlorener Aufwand von 700.000 Euro verursacht. Ebenso hat der Stadtrechnungshof aufgezeigt, dass die bauliche Situation in den meisten Zentralen Notaufnahmen des Wiener Gesundheitsverbundes nicht den Anforderungen an moderne Zentrale Notaufnahmen entspricht.
Das Missmanagement muss jetzt beendet werden!
Die Fehler und das Missmanagement, die jetzt auch vom Stadtrechnungshof bestätigt wurden, dürfen nicht verniedlicht werden, sondern müssen von Stadtrat Hacker transparent gelöst werden. Diese Zustände sind einer Weltstadt wie Wien völlig unwürdig. Die Empfehlungen des Stadtrechnungshofes müssen deshalb rasch umgesetzt werden. Aber auch weitere Maßnahmen wie die Stärkung des niedergelassenen Bereichs sowie der rasche Ausbau der Primärversorgungseinheiten muss rasch erfolgen.