Bereits vor der Pandemie bestand eine angespannte Situation bei der Personalbesetzung in den Wiener Gemeindespitälern: Schließungen von Abteilungen, leere Intensivbetten und geschlossene Operationssäle stehen auf der Tagesordnung.
Es herrscht ein chronischer Personalmangel
Als Gemeinderat und Herzchirurg habe ich bereits mehrfach auf den chronischen Personalmangel im Bereich des Wiener Gesundheitsverbundes aufmerksam gemacht. Eine im September eingebrachte Anfrage an Stadtrat Hacker blieb bisher unbeantwortet. Außerdem stellte sich im letzten Gesundheitsausschuss heraus, dass es nicht einmal einen validen Personalbedarfsplan gibt. Laut Auskunft wird die Erstellung eines derartigen Plans für Pflegekräfte und ÄrztInnen noch 2-3 Jahre brauchen.
Verantwortlich ist die Stadt Wien!
Die mehrheitlich sozialdemokratische Gewerkschaft schießt sich dabei auf die Bundesregierung ein, verfehlt aber dabei ihr Ziel. Verantwortlich für die Personalbesetzung ist die Stadt Wien! Dort sollten adäquate Maßnahmen und nicht leere Versprechungen getätigt werden!
Ich fordere die verantwortlichen Stellen der Stadt Wien auf, so rasch wie möglich einen nachvollziehbaren und transparenten Personalbedarfsplan zu erstellen und dem Gemeinderat vorzulegen! Es ist höchste Zeit, endlich geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den zunehmenden Personalnotstand im Wiener Gesundheitsbereich entgegen zu wirken! Eine nachhaltige Offensive zur Attraktivierung des Berufsbildes im Pflegebereich, Prozessoptimierungen mit weniger Bürokratie und eine ordentliche Entlohnung wären dabei notwendig!
Wenn nicht rasch gehandelt wird, ist die Gesundheitsversorgung in Wien bald nicht mehr gewährleistet!
In den nächsten Jahren ist mit einer deutlichen Zunahme der Wiener Bevölkerung zu rechnen. In den letzten zehn Jahren wuchs die Bevölkerung um 200.000 Personen – das ist mit den Einwohnern von Linz zu vergleichen. Gleichzeitig werden im selben Zeitraum viele Spitalsärzte in Pension gehen. Die umfassende Gesundheitsversorgung der Wienerinnen und Wiener und des Umlandes wird daher in Zukunft nicht mehr gewährleistet sein können.